Arbeitskreis Igelschutz Berlin e.V.

Überlebenshilfe für den Igel im Garten

Ergrünen im Frühjahr die Sträucher, Hecken und Bäume sind die Nahrungstiere des Igels wie Käfer, Raupen, Larven, Würmer, Schnecken wieder vorhanden. Dann erwachen die Igel aus dem Winterschlaf und kommen etwas abgemagert aus ihren Nestern.

Menschliche Siedlungen und Gärten sind zunehmend das Rückzugsgebiet der Tiere, aber leider keineswegs mit immer idealen Lebensbedingungen. Jetzt können wir Einiges für das Stacheltier in unserem Garten anbieten.

Was können wir zur Überlebenshilfe tun:

2. Zäune:

Igel benötigen große Reviere zur Futtersuche und Winterquartiersuche! Schaffen Sie Durchgänge zu anderen Gärten. Als Umzäunung sind Hecken oder Jägerzäune gut geeignet.

3. Bei der Bekämpfung von Ratten und Mäusen ist folgendes zu beachten:

Schlagfallen und Giftköder dürfen für Igel nicht erreichbar sein. Stellen Sie die Fallen mindestens 50 cm hoch auf Kisten o. Ä.

4. Pestizide:

Verzichten Sie auf jeglichen Einsatz von Giften in Ihrem Garten. Pflanzenschutzmittel vernichten die Insekten, daher findet der Igel keine Nahrung mehr.

5. Schaffung von Unterschlüpfen:

Die Igel bevorzugen dichte Hecken, Gebüsche, Reisig-, Laub- bzw. Komposthaufen, Hohlräume unter Holzstapeln, Steinhaufen oder alte Baumwurzeln. Bauen Sie dem Igel einen geeigneten Unterschlupf in Ihrem Garten. Geeignete Unterschlüpfe kann man aus Feld-, Mauer- oder Ziegelsteinen herstellen.

6. Igelsichere Gartenteiche:

Igel sind gute Schwimmer; gibt es aber keine Ausstiegsmöglichkeiten, kann auch der beste Schwimmer ertrinken. Bei einer Neuanlage Ihres Gartenteiches sollten Sie diesen mit einer Sumpfzone anlegen. Vorhandene Gartenteiche und Schwimmbecken versehen Sie mit Ausstiegshilfen in Form schräggestellter Bretter mit Querleisten oder mit Rettungsinseln.

7. Eingegrabene Regentonnen,

Kabelschächte und Baugruben sind mit einer Abdeckung zu versehen. Falls dieses nicht möglich ist, ist die tägliche Kontrolle Pflicht.

8. Fütterung in der nahrungsarmen Jahreszeit:

Empfehlenswert ist die nächtliche Zufütterung im Herbst und Frühjahr, inzwischen ist auch eine Ganzjahresfütterung angebracht aufgrund des Klimawandels und der Versprühung von Pestiziden. Es eignen sich Hunde- oder Katzenfutter, vermischt mit Igeltrockenfutter oder Haferflocken, gehackten Erdnüssen, ungeschwefelten Rosinen, eine Messerspitze Kalk und einigen Tropfen Multivitaminsaft. Damit sich keine ungebetene Gäste daran sattfressen, stellen Sie eine Obstkiste, versehen mit einem Durchschlupf von ca. 10 x 10 cm, verkehrt herum über das Futter. Futterreste müssen am nächsten Morgen unbedingt entfernt werden. Ganzjährig sollten Wasserstellen vorhanden sein.

Sollten Sie verwaiste Jungigel, verletzte bzw. kranke Tiere (z.B. torkelnd, tagsüber herumliegend, mit Fliegen bedeckt) finden, melden Sie sich bitte in einer unserer Igelstationen oder bei einem igelkundigen Tierarzt. Die Aufzucht bzw. Pflege muss fachkundig und artgerecht erfolgen, da der Igel zu den besonders geschützten Arten gehört. (vergl. Gesetz)



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