Arbeitskreis Igelschutz Berlin e.V.

Biologie

Bereits seit dem Tertiär überlebt der Igel, die älteste Säugetierform, heute noch existierend als Kulturfolger in Menschennähe.

Erwachsene Igel haben ein Körperlänge von 24 - 28 cm. Das Gewicht ausgewachsener Tiere beträgt 800 bis 1.500 g, wobei die Männchen in der Regel etwas schwerer als die Weibchen sind.

Igel besitzen bei der Geburt schon etwa 100 weiße Stacheln, die kurz nach der Geburt aus der aufgequollenen Rückenhaut heraustreten.

Erwachsene Tiere besitzen 6000 - 8000 Stacheln, die bei Gefahr in eingerolltem Zustand des Igels aufgerichtet werden und so zur Abwehr in verschiedene Richtungen zeigen.

Die Sinnesorgane des Igels, mit denen er sich am besten orientieren kann, ist der Geruchssinn, das Hörvermögen und sein Tast- und Vibrationssinn, mit denen er Artgenossen, Beute und Feinde erkennt. Das Sehvermögen ist gering ausgebildet und reicht nur zur schemenhaften Wahrnehmung im Nahbereich.

Die Lautäußerungen der Igel beschränken sich auf Fauchen, Schnauben, Puffen oder Tuckern. Bei Angst oder Schmerz kreischen sie laut. Der Kontaktruf der Jungigel zu ihrer Mutter ist ein zwitscherndes Geräusch.

Von menschengemachten Gefahren verschont, erreichen Igel ein Alter von 7 - 8 Jahren, wobei eine große Sterblichkeit bereits im Geburtsjahr vor dem ersten Winterschlaf besteht. Danach ist die Überlebensrate höher, beträgt aufgrund der negativ beeinflussenden Umweltfaktoren jedoch im Durchschnitt nur 2 - 4 Jahre.

Igel sind nachtaktiv! Als Insektenfresser besteht ihre Nahrung aus Käfern und deren Larven, Schmetterlingslarven, Schnaken. Zudem ernähren sie sich von Regenwürmern, Schnecken, Spinnen, Hundert- und Tausendfüßlern.


Igel fressen kein Obst oder pflanzliches Material! Dieses wird rein zufällig aufgenommen wenn Insekten oder andere Beutetiere vom Fallobst oder Pflanzenteilen geklaubt werden.

Igel bewohnen je nach Standort mehrere Nester, die, meist aus Laub konstruiert, an trockenen, geschützten Standorten angelegt werden. Nester der Igelmütter mit Nachwuchs sowie die Winternester werden sorgfältiger angelegt als die Sommernester, die zeitweise abwechselnd bewohnt werden.

Die Paarungszeit der Igel liegt zwischen Mai und August. Die Jungen kommen zwischen Juli und September zur Welt, wobei die Hauptwurfzeit im August liegt. Die Tragezeit beträgt 35 Tage, die Jungen werden 6 Wochen lang gesäugt und allein vom Weibchen betreut, verlassen aber schon nach 3 - 4 Wochen das Nest, um kleinere selbständige Ausflüge zu unternehmen.

Igel halten in der nahrungsarmen Zeit einen eine Art Winterschlaf, bei der ihre Körperfunktionen reduziert sind und sie von ihren zuvor angefressenen Fettreserven zehren. So können sie bis zu einem halben Jahr ohne Nahrung auskommen. Herztätigkeit, Atmung und Körpertemperatur sind reduziert. Igel verlieren ca. 20 - 30 % ihres Körpergewichts während des Winterschlafes durch Aufbrauchen der Fettreserven.



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